I BIMS AUCH JEMAND

Eine Online-Ausstellung über die Hintergründe
von jungen Obdachlosen in Bremen

684.218

Gesamtbevölkerung Bremen 2019

Quelle: Statistisches Landesamt Bremen

500 - 600

Obdachlose in Bremen 2019

Quelle: Innere Mission Bremen

20 - 100

Davon bis

25 Jahre alt

Quelle: Schätzungen von Menschen die selbst obdachlos sind

Vorwort des Autors

Hallo, mein Name ist Knut Elbrecht.
Ich mache ein freiwilliges Jahr bei der Evangelischen
Jugend Bremen. Im Rahmen eines Seminares habe
ich an einer Stadtführung über Armut und Reichtum
in Bremen teilgenommen. Seitdem interessiere ich
mich verstärkt für das Thema Obdachlosigkeit von
jungen Menschen.


Ich habe dabei durch Gespräche mit Obdachlosen
und Streetworkern Vorurteile gegenüber
Obdachlosen entdeckt, die meiner Meinung nach zu
einem verfälschten Bild über sie führen.


Mit dieser kleinen Ausstellung möchte ich
versuchen, das Bewusstsein für diese oft nicht
beachtete Gruppe unserer Gesellschaft zu stärken
und zum Nachdenken über sie anzuregen.

Ein Gedicht von mir

Manchmal meine ich zu genießen,
Aber lasse das Ereignis und die Eindrücke
In Wirklichkeit nur so an mir vorbeifließen.

Manchmal meine ich mir eine Pause zu nehmen,

Aber stattdessen beginne ich dann gleich wieder in die alte normale Welt Des Alltags zu gehen.

Ja, manchmal bin ich
ein Schein meiner
Gedanken.

Ja, manchmal sind das was ich denke
Und die Entscheidung,
Wem ich Zeit schenke,
So unterschiedlich,

Das ich gar nicht

Mehr weiß,

In welcher Welt

Ich bin.

Hintergrund zum Thema

Der Bremer Landesverfassung zufolge, dürfte es eigentlich keine Obdachlosigkeit in Bremen geben.

Dort heißt es in Artikel 14:
»Jeder Bewohner der Freien Hansestadt Bremen hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung. Es ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden, die Verwirklichung dieses Anspruchs zu fördern.«

Trotzdem gibt es in Bremen Wohnungsnot. Tausende Wohnungen fehlen, besonders für Menschen mit geringen Einkommen.

Was Jugendliche auf die Straße zieht

Für Jugendliche hat die Straße besonders deshalb einen Reiz, weil sie auf der Straße erstmals Zusammenhalt und Anerkennung erleben.

Wodurch junge Menschen obdachlos werden

50%

Aus familiären
Gründen

20%

Aufgrund persönlicher Krisen

15%

Nach Sanktionierung durch Jobcenter oder Jugendamt

1%

Aus schulischen Gründen

24%

Aus anderen Gründen

Welche Gruppen wie stark betroffen sind

In allen Großstädten in Deutschland gibt es Jugendliche und junge Erwachsene die obdachlos sind.
Mädchen gelangen dabei oft früher auf die Straße als Jungs.

 Letztere sind dabei vor allem als junge Erwachsene obdachlos.

Tendenziell nimmt dabei die Dauer der Obdachlosigkeit mit steigendem Alter zu.  Bei unter 18-jährigen liegt die durchschnittliche Länge zum Beispiel nur bei einem Jahr.

Das Leben auf der Straße

Wenn die Jugendlichen ihren Platz auf der Straße und unter den anderen Obdachlosen sichern wollen, müssen Sie dafür  meist die Bedingungen der jeweiligen Gruppe, zu denen sie gehören, erfüllen und sich innerhalb einer Rangordnung positionieren, damit sie etwa einen Bettelplatz erhalten können.

Darüber hinaus wird die Zugehörigkeit oftmals auch durch das gemeinsame Konsumieren von Alkohol und / oder Cannabis hergestellt.

Dadurch stehen sie aber auch häufig unter einem starken Druck, weil sie das für den Konsum benötigte Geld beschaffen müssen, ob auf eine legale oder illegale Art und Weise.

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Gefahren

  • Jegliche Formen der Gewalt, hervorzuheben ist an dieser Stelle besonders sexualisierte Gewalt

  • Diebstahl

  • Gefahr krank zu werden sehr viel höher

  • Gefahr Hausverbote zu bekommen und dadurch bestimmte Hilfsangebote nicht mehr wahrnehmen zu können

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Beispielhafter Tagesablauf

  • 5:00 bis 7:00 aufstehen

  • Dann Duschgelegenheit suchen und schauen wo man die eigenen Sachen versteckt oder ob man sie mitnimmt.

  • Nach einem Weg suchen wie man neues Geld herbekommt.

  • (Viele Obdachlose haben um die 5 € pro Tag zur Verfügung)

  • Eventuell schauen, wie man an neue Drogen, Alkohol oder Tabak kommt.

  • 13:00 - Hilfsangebote wahrnehmen, um etwas zu Essen zu bekommen und sich mit anderen Obdachlosen zu treffen.
    (Aktionsbus Innere Mission oder Bremer Suppenengel )

  • Nach einer Möglichkeit suchen auf Toilette zu gehen.

  • 15:00 - Arztbesuch bei Bedarf (Ein Verein bietet aktuell mithilfe von Spenden jeden Tag von 13-17:00 Obdachlosen an, eine vollständige Untersuchung durch einen Arzt zu bekommen)

  • 17:00 - Angebote einer Gruppe an Privatleuten wahrnehmen und Essen, Kleidung und andere Dinge bekommen.

  • 20:00-22:00 Schlafen gehen.

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